Hornissenstich gefährlicher als Wespenstich? Giftwirkung und Behandlung

Wie gefährlich sind Hornissenstiche?

Die Hornisse ist die größte europäische Faltwespenart. Die Hornissenkönigin erreicht eine Größe von bis zu 35 mm, ihre Arbeiterinnen werden 18 – 25 mm groß. Die einheimische allgemein bekannte Wespe dagegen hat eine Körpergröße von 10 – 15 mm. Über den Hornissenstich ranken sich viele Legenden.

hornissenstich in hand

Die gelb-schwarz gestreiften Insekten bauen ihre Nester gerne in Hohlräume, zum Beispiel in Wandverkleidungen oder auch Nistkästen. Da sie unter Artenschutz stehen, darf das Nest der Hornissen nicht ohne amtliche Genehmigung entfernt werden.

 

Wann stechen Hornissen?

Hornissen haben ein wesentlich niedrigeres Aggressionsverhalten als ihre kleineren Artgenossen. Wenn sie sich bedroht fühlen, versuchen sie zunächst, der Bedrohung zu entkommen. Scheitert der Fluchtversuch, zum beispiel weil sie versehentlich gequetscht werden, benutzen sie ihren Stachel zur Verteidigung. Wobie dieser Hornissenstich bei jedem in schmerzhafter Erinnerung bleiben dürfte.

Einen gezielten Angriff starten sie nur, wenn ihr Nest und somit ihre Königin bzw. der Nachwuchs in Gefahr zu sein scheinen. Deshalb sollte man sich von Hornissennestern fernhalten und die Insekten nicht berühren oder einengen.

 

Größe und Aussehen des Stachels einer Hornisse

Die weiblichen Tiere haben zu ihrer Verteidigung einen sogenannten Wehrstachel. Ein Hornissenstachel ist 3,4 – 3,7 mm lang, ein Wespenstachel dagegen nur ca. 2,6 mm. Der Stachel besteht aus der Stachelrinne mit dem Giftkanal und den beiden Stechborsten, mit deren Widerhaken der Stachel in der Haut verankert wird.




Durch die starke Muskulatur des Stechapparats wird sichergestellt, dass die Hornisse den Stachel nach dem Stich unbeschadet wieder herausziehen kann. Ebenso wie die Wespe kann die Hornisse also mehrmals zustechen.

 

Das Gift beim Hornissenstich

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass sieben Hornissenstiche ein Pferd töten und drei einen Menschen. Diese Behauptung ist aber nicht wahr. Bei einem Hornissenstich gelangt sogar wesentlich weniger Gift in die Wunde als bei einem Wespenstich, auch die Giftwirkung ist nicht so stark.

Ein Hornissenstich ist also harmloser als der Stich einer Wespe. Allerdings enthält das Gift viele Schmerz erzeugende Stoffe und verursacht ein brennendes Gefühl, weswegen der Hornissenstich als schmerzhafter empfunden wird als der Stich ihrer kleineren Verwandten. Auch der längere und dickere Stachel verursacht eine tiefere und schmerzhaftere Wunde als bei einem Wespenstich.

Stachel der Hornisse

Wie erkenne ich eine Hornissenstich?

Ein Hornissenstich ist zwar schmerzhafter, aber rein äußerlich kann man ihn nicht von einem Wespenstich unterscheiden. In der Einstichstelle steckt normalerweise kein Stachel, wenn doch, handelt es sich wahrscheinlich um eine Bienenstich. Die umliegende Haut rötet sich und schwillt an.

 

Erste Hilfe bei Hornissenstichen

Als Erstes sollten Sie Ruhe bewahren. Ein Hornissenstich ist nicht gefährlicher als jeder andere Insektenstich. Meist ist die durch den Stich ausgelöste Panik schlimmer als die Reaktion auf das Insektengift.

Bei der Behandlung sollten Sie genauso vorgehen, wie beim Stich einer Wespe. Sollte in Ausnahmefällen doch eine Stachel in der Haut stecken, dann muss dieser zuerst entfernt werden. Dies gelingt am Besten mit einer Pinzette.

Beim Herausziehen darf der Stachel nicht zusammengedrückt werden, damit kein weiteres Gift in die Haut gelangt. Anschließend sollte die Einstichstelle gekühlt werden, das lindert den Schmerz und lässt die Schwellung zurückgehen. Bekannte Hausmittel gegen Hornissenstiche sind Umschläge mit Eiswürfeln, Essig, Tonerde oder Quark. Auch Stichsalben oder kühlende Gels aus der Apotheke können bei Hornissenstichen helfen.

 

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Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Wenn sich die Einstichstelle im Mund- Hals- oder Rachenraum befindet, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Ein Anschwellen der Wunde kann zu akuter Atemnot führen und es besteht Erstickungsgefahr. Als Notfallmaßnahme helfen kalte Halsumschläge oder das Lutschen eines Eiswürfels.

Nur etwa 2-3 Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch auf Hornissenstiche. Bekannte Allergiker sollten in der Insektenflugzeit niemals ohne ihr Notfallset unterwegs sein und im Falle eines Stiches sofort einen Arzt aufsuchen.

 

Wie erkenne ich eine allergische Reaktion auf einen Hornissenstich?

Die Anzeichen einer allergischen Reaktion auf einen Hornissenstich decken sich mit den Symptomen eines Allergikers auf den Stich von Wespen. Es treten innerhalb von wenigen Minute nach dem Stich Herzrasen, Übelkeit oder Schwindelgefühle auf.

Auch ein übermäßiges Anschwellen der Einstichstelle, tränende Augen, Schluckbeschwerden und Atemnot können Symptome für eine allergische Reaktion sein.

 

Fazit

Im Normalfall ist ein Hornissenstich nicht lebensgefährlich und sogar harmloser als der Stich einer Wespe. Es ist meist völlig ausreichend, die Einstichstelle zu kühlen. Gefahr besteht nur bei allergischen Reaktionen oder Stichen im Mund- Hals- und Rachenbereich, in diesem Fall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Die große Angst vor Hornissenstichen liegt vermutlich an der besonders schmerzhaften Giftzusammensetzung und der schieren Größe des Insekts.




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