Erdwespen: Steckbrief und Ratschläge zur Bekämpfung

Steckbrief Erdwespen

Als Erdwespen werden umgangssprachlich Wespen bezeichnet, wenn sie – im Gegensatz zu Papierwespen – im Boden nisten. In Deutschland machen das die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Diese beiden Wespenarten gehören zur Gattung der Kurzkopfwespen, die wiederum zusammen mit den Langkopfwespen und der Hornisse zu den Echten Wespen gezählt werden.

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Gemeine Wespe umgangssprachlich auch Erdwespe – von ThomasKurka (Eigenes Werk) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe sind auch die Wespen, mit denen man gewöhnlich Bekanntschaft macht, wenn man sich draußen aufhält. Im Gegensatz zu anderen Wespenarten suchen sie die Nähe zu Menschen und sind schneller bereit, zuzustechen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Bevor man gegen Wespen vorgeht, sollte man sich unbedingt vergewissern, dass es sich überhaupt um Erdwespen handelt, denn auch Bienen und Hummeln verkriechen sich mitunter im Boden.




Wespen unterscheiden sich deutlich von diesen Tieren, z. B. durch ihre knallig gelb-schwarze Körperfärbung, ihre fehlende Behaarung und ihre sprichwörtliche Wespentaille. Ein Imker kann gegebenenfalls bei der Identifizierung helfen.

 

Der Wespenstaat

Im Frühjahr sucht sich die Wespenkönigin, noch bepackt mit den Samen der Drohnen aus dem Vorjahr, ein Nest. Das ist vorzugsweise ein dunkler Hohlraum wie ein verlassener Mäusebau, den der Wespenstaat dann in der Folge für seine Zwecke umfunktioniert.

Die ersten Wochen verbringt die Königin mit der Ablage und dem Ausbrüten ihrer Eier. Aus den Eiern entstehen Larven, zwei bis drei Wochen dauert anschließend das Puppenstadium, in dem sich die Wespe mehrmals häutet und schließlich mit ihren Beißwerkzeugen die Hülle aufbeißt und mit dem Kopf voran schlüpft.

Ab Juni wächst der Erdwespenstaat rasant an, wenn dann auch die Arbeiterwespen Eier legen. Gefüttert wird die Brut mit einem Brei aus Insekten, da sie eiweißhaltige Kost liebt.

Das ist auch der Grund, dass Wespen sich am gedeckten Frühstücks- oder Abendbrottisch – ganz im Gegensatz zu Bienen übrigens – auch über Fleisch und Wurst hermachen. Erwachsene Bienen bevorzugen süße Kost.

 

Wie kann man die Wespen vertreiben?

Erdwespen sind bei Gartenbesitzern sehr gefürchtet. Besonders gefährlich ist es, wenn man barfuß im Garten unterwegs ist und versehentlich auf ein Nest von Erdwespen tritt. Da ist es mit einem einzigen Wespenstich meist nicht getan.

Am besten den Standort des Nestes mit einem Käfig oder mit Holzstäbchen im Boden markieren und sich und besonders kleine Kinder so weit wie möglich vom Nest der Erdwespen fernhalten. Wenn keine unmittelbare Gefahr von den Erdwespen ausgeht, kann man sich mit ihnen vielleicht arrangieren. Weitere Möglichkeiten zum Wespen vertreiben.

Denn Erdwespen bauen ihre Nester sowieso nur für ein Jahr. Wenn das Nest im Winter leer ist, kann man den Bau zuschütten, damit im nächsten Jahr kein neuer Wespenstaat einzieht. Oft genügt es, einige Meter von der Terrasse entfernt eine Wespenfalle mit Saft oder Zuckerwasser aufzustellen.




Man kann sich auch zunutze machen, dass Erdwespen bestimmte Gerüche, wie Lavendel, Basilikum, Weihrauch, Knoblauch, Tomatenpflanzen oder Haarspray, nicht mögen, und sie auf diese Weise vom Esstisch und idealerweise vom Garten fernhalten.

 

Erdwespen – von Frank Vincentz (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

 

Umsiedlung am besten durch den Profi

Einzelne Wespen zu töten hat keine Auswirkung auf den Fortbestand des Wespennestes. Erdwespennester kann man nur erfolgreich bekämpfen, indem man das ganze Nest umsiedelt.

Dabei ist zu beachten, dass Erdwespen unter Naturschutz stehen und nur im Ausnahmefall umgesiedelt werden dürfen. Wenn Allergiker oder kleine Kinder im Haus sind, kann eine behördliche Genehmigung beantragt werden.

Infos dazu erteilen Imker, die örtliche Gemeinde, Feuerwehr sowie der Naturschutzbund. Man sollte sich auch Klaren sein, dass Wespen sich mit aller Kraft gegen eine Umsiedlung wehren werden.




Sie können sehr aggressiv werden und die Bekämpfung sollte von einem Profi übernommen werden. Selbst umsiedeln sollte man ein Nest allenfalls im Frühjahr, wenn der Staat noch klein ist. Ein Ganzkörper-Schutzanzug, wie ihn Imker tragen, ist aber jedenfalls Pflicht!

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