Wespenkönigin – Lebensweise, Aufgaben und Erkennungsmerkmale

Unter den weltweit 61 Wespenarten, ist die Deutsche Wespe, die am weitesten verbreitete Art in Mitteleuropa. Die Vespula germanica (deutsche Wespe) gehört zu den Kurzkopfwespen (Vespula) und ist somit den Echten Wespen (Vespinae) zuzuordnen. Im Vergleich zu ihren Untertanen ist die Wespenkönigin mit 20 Millimeter deutlich größer. Eine Drohne hingegen kann maximal 17 Millimeter groß werden und eine Arbeiterin 16 Millimeter.

 

FAQ zur Wespenkönigin:

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Deutsche Wespe Königin – von Soebe (Taken by Soebe in northern Germany) [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Um eine Deutsche Wespe von anderen Arten unterscheiden zu können, muss besonders auf ein Merkmal geachtet werden. Auf dem Clypeus, das ist der Kopfschild der Wespe und Teil des Kopfskeletts, befinden sich bis zu drei schwarze Punkte oder aber auch ein gerader Strich, der eventuell unterbrochen sein kann. Kein Merkmal ist hingegen der Hinterleib der Wespe. Die Zeichnung hier variiert.

 

Die Lebensweise der Wespenkönigin

Damit das Überleben der Art gewährleistet ist, werden im Spätsommer so viele neue Wespenköniginnen und Drohnen aufgezogen wie möglich. Dann beginnen die Drohnen mit der Begattung der Königinnen.




Sobald der Akt vollzogen ist, sterben die Drohnen und jungen Wespenköniginnen begeben sich auf die Suche nach einem Winterquartier. Sobald ein geeigneter Schlafplatz gefunden wurde, dies kann zum Beispiel ein gut geschützter Meisenkasten sein, begibt sich die Wespenkönigin in Winterruhe.

Der restliche Wespenstaat, einschließlich der Königin, überlebt den Winter nicht. Im Frühjahr wird die Wespenkönigin durch die Wärme aus ihrer Winterruhe geweckt und beginnt mit ihrer Arbeit.

 

Die Arbeit der Wespenkönigin

wespenkönigin

Die begattete Wespenkönigin ist in den ersten warmen Frühlingstagen ganz allein für sich verantwortlich. Um sich einen Staat aufzubauen, muss sie zunächst einen passenden Platz für das Wespennest finden. Sobald dieser gefunden ist, beginnt sie mit dem Bau.

Das Nest wird später aus mehreren Außenhüllen bestehen, in denen, unter anderem, die Waben für die Larven eingebaut sind. Als perfektes Baumaterial für das Wespennest eignen sich beispielsweise Fasern von Holzbrettern, die sie in mühevoller Arbeit abraspelt. Des Weiteren beginnt Sie mit dem Eier legen und der Aufzucht der ersten Brut.

 

Gefahren während der Anfangszeit

Aber gerade in dieser Zeit ist die junge Wespenkönigin vieler Gefahren ausgesetzt. Zum einen kann der Mensch ihr zum Verhängnis werden, zum anderen aber auch Usurpatorinnen, fremde Wespenköniginnen, die den Staat gewaltsam übernehmen wollen.




Entweder wird hierbei die amtierende Königin verjagt oder sie wird getötet. Sind bereits weitere Wespen geschlüpft, werden diese auch entweder getötet oder aber mit Duftstoffen umworben, bis sie sich der neuen Herrscherin anschließen.

 

Die ersten Wespen sind geschlüpft

Wenn die erste Generation der Arbeiterinnen geschlüpft und einsatzbereit ist, übernehmen sie die Arbeit der Wespenkönigin. Diese darf sich jetzt nur noch dem Eier legen widmen.

 

Der Wespenstich

Den gefürchteten Stachel besitzen nur die weiblichen Tiere, auch die Wespenkönigin, unter den Wespen. Dieser ist im Schnitt 2,7 Millimeter lang und verfügt über Widerhaken. Da die Muskulatur um den Stachel der Wespe sehr gut ausgebildet ist, hat sie die Möglichkeit den Stachel wieder herauszuziehen und erneut zuzustechen. Eine Wespe stirbt also nicht nach dem Zustechen!

 

Wespen vertreiben

Da Wespenstiche besonders schmerzhaft und im schlimmsten Fall, besonders bei Allergikern, zum Tode führen können, ist es ratsam rechtzeitig Maßnahmen gegen die Insekten zu ergreifen. Lesen Sie hier mehr zum Thema Wespen vertreiben.

 

Wespennest entfernen

wespenkönigin beim nestbau

Hier gilt generell: Je früher das Nest entdeckt und entfernt wird, desto besser.

Jedoch sollte hier dringend ein Fachmann hinzugerufen werden, da es erstens, zu einem Angriff der Tiere kommen könnte und zweitens, viele Wespen unter Naturschutz stehen und somit nicht einfach mit Insektengift bekämpft werden dürfen!

 

Schutz im Garten

Wer einen Garten oder Balkon besitzt möchte ihn natürlich auch in Ruhe nutzen können. Um sich vor den Tieren zu schützen ist es sinnvoll, nur Pflanzen einzusetzen, die die Wespen nicht mögen.




Außerdem sind süße Getränke oder Speisen ein idealer Lockstoff für Wespen. Deshalb sollten Nahrungsmittel abgedeckt werden. Wer sich und den Wespen einen Gefallen tun möchte, kann für Ablenkung sorgen.

Wespen sind sehr lernfähig. Wird ihnen also an einer abgelegenen Stelle frühzeitig ein kleiner Leckerbissen angeboten, bleiben sie auch dort und kommen später nicht an den gedeckten Tisch.

 

Häufig gestellte Fragen zur Wespenkönigin

An der Größe ist die Wespenkönigin zu erkennen

Eine Wespenkönigin unterscheidet sich zum einen durch die Größe und zum anderen durch den etwas gedrungeneren und kräftigeren Körperbau von den Arbeiterinnen und Drohnen. Ungefähr 20 mm beträgt die Wespenkönigin Größe.

 

Die Wespenkönigin im Winter

Arbeiterinnen und Drohnen sterben zum Winter. Lediglich die Wespenkönigin verfällt in eine Winterstarre und kann so im nächsten Frühjahr einen neuen Wespenstaat gründen. Häufig verkriechen sich die Tiere in alten Baumstümpfen oder Vogelkästen.

Wer eine Wespe im Winter zu Gesicht bekommt, kann also davon ausgehen, dass es sich bei diesem Exemplar um eine Königin handelt.

 

Haben Wespenköniginnen einen Stachel und können diese stechen?

Auch Wespenköniginnen haben einen Stachel und setzen diesen bei Gefahren auch ein. Im Gegensatz zu vielen Geschichten, nach denen der Stich eines solchen Exemplares besonders giftig sein soll, handelt es sich dabei allerdings um Ammenmärchen.

Der Stich unterscheidet sich nicht von denen einer Arbeiterin. Auch sind Wespenstiche im Allgemeinen nicht giftiger als Bienenstiche. Wespen können zwar häufiger zustechen, aber die höhere Giftmenge wird durch einen Bienenstachel verabreicht, nämlich sogar mehr als das 10-Fache [1]. Eine weitere Legende rankt sich um den Stich von Hornissen. Die Hornisse ist die größte Wespenart und in Relation zur Körpergröße des Insekts, ist auch der Stachel größer als bei anderen Wespen. Das Gift ist aber ebenfalls weniger giftig, als das einer Biene.

 
[1] Irrtümer über Wespen – www.geo.de – Abruf am 31.03.2017