FAQ – Die häufigsten Fragen und Antworten zur Wespe

Die Wespe besitzt in Deutschland nicht den besten Ruf. Besonders im Hochsommer, wenn es die Menschen in Freibäder und den Garten zieht, ist Wespe allgegenwärtig. Ein Wespenstich kann für allergische Menschen sehr ernste Folgen haben. Dennoch ist die Wespe ein überaus nützliches und prinzipiell friedliches Insekt. Nachfolgend haben wir die häufigsten Fragen und Antworten zur Wespe in einem FAQ für Sie zusammengestellt.

 

Frage 1: Welche Wespenarten gibt es?

wespenarten wespe makroaufnahme

Wespe auf Blatt Makro – von Alvesgaspar (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Antwort: Wenn in Deutschland von „Wespen“ die Rede ist, sind in der Regel die beiden zwischen Nordsee und Alpen am häufigsten vorkommenden Arten der Unterfamilie der Echten Wespen (Vespinae) gemeint. Das sind die zur Gattung der Kurzkopfwespen zählenden Arten Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und Deutsche Wespe (Vespula germanica). Es gibt allerdings daneben weltweit tausende weitere Insektenarten, die als Wespen bezeichnet werden.

Insektenkundler (Entomologen) unterscheiden bei der Insektenordnung der Hautflügler (Hymenoptera) mit ihren rund 150.000 Arten die zwei Unterordnungen der Pflanzenwespe und der Taillenwespe.

Zur Taillenwespe gehört die Teilordnung der durch ihren Wehrstachel charakterisierten Stechimmen (Aculeata), zu der unter anderem auch Bienen, Ameisen und Faltenwespen zählen. Die mit etwa 150 Arten in Mitteleuropa vertretene Familie der Faltenwespe (Vespidae) umfasst als wichtigste Unterfamilien die Echten Wespe (Vespinae) und Feldwespe (Polistinae) sowie die Lehmwespe (Eumeninae).

 

Frage 2: Zählen Hornissen zur Wespengattung?

Antwort: Es gibt bei der Faltenwespen-Familie der Echten Wespe, die mit 16 Arten in Mitteleuropa vertreten ist, drei Gattungen. Nämlich Kurzkopfwespe (Vespula, u. a. Gemeine Wespe, Deutsche Wespe), Langkopfwespe (Dolichovespula, u. a. Waldwespe) und Hornisse (Vespa). Die einzige Art der Vespa-Familie ist die Hornisse (Vespa crabro).

Diese sehr seltene und auch deshalb geschützte Wespe ist mit einer Länge von bis zu vier Zentimeter (bei Königinnen) die größte Wespe und auch das größte Insekte in Mitteleuropa. Hornissen weisen Farbvarietäten auf. Haben sie zum Beispiel in Mitteleuropa meist eine V-förmige rote Zeichnung auf der Mittelbrust (Mesonotum), so sind sie in Skandinavien in der Regel in diesem Körperbereich durchgehend schwarz. Im Gegensatz zu ihrem Ruf als extrem angriffslustiges Großinsekt setzen die Vespa-Wespen ihren Stachel nur zur Verteidigung ihres Nestes ein oder wenn sie direkt angegriffen werden.




Frage 3: Ist die Holzbiene ein Wespe?

holzbiene schwarze hornisse

Abbildung einer Holzbiene

Antwort: Die Holzbiene zählt wie die mit ihr nah verwandten Wespen zwar zur Hautflügler-Teilordnung der Stechimmen, aber zu einer anderen Familie.

Die mit acht Arten in Deutschland vertretene Gattung der Holzbienen (Xylocopa) gehört nämlich wie Honigbienen und Hummeln zur Familie der Echten Bienen.

 
 
 

Frage 4: Legen Wespen Nester an?

Antwort: Bei der Wespee unterscheidet man staatenbildende und solitäre Arten. So leben die auch „solitäre Faltenwespen“ genannten Lehmwespen einzelgängerisch. In Mitteleuropa sind etwa 80, sich größtenteils sehr ähnelnde Arten dieser Insekten-Unterfamilie heimisch. Dazu zählen die Große Lehmwespe (Delta unguiculatum L.) und die Mauer-Lehmwespe (Ancistrocerus nigricornis).

Typisch für diese Wespen ist, dass sie für ihre Eier entweder kleine Brutzellen aus Materalien wie Lehm, Mörtel, Erde usw. formen oder ihre Brutnester in Höhlungen oder in Spalten einrichten. Die staatenbildenden Wespenarten wie die Deutsche Wespe, die Rote Wespe und die Gemeine Wespe stellen dagegen Papiernester her.

Dabei wird aus zerkautem Holzbrei eine papierähnliche Masse produziert. Aus dieser Masse werden kugel- oder tellerförmige Wabennester hergestellt, die als Brutkammern dienen. Einige Arten bauen ihr Wespennest offen in Bäumen oder Hecken, andere versteckt auf Dachböden oder in Vogelnistkästen, wieder andere unterirdisch z. B. in alten Maulwurfsbauten aus.

 

Frage 5: Wie ist ein Wespenstaat aufgebaut?

Antwort: Gründerin jedes Wespenstaates ist die Königin, die als einzige Wespe im Staat Eier legen kann. Zunächst ist es die Königin, die im Frühjahr erste Waben des Nestes baut und die dort aus den Eiern schlüpfenden Larven füttert. Später übernehmen ihre aus den Larven zu kurzlebigen Arbeiterinnen herangewachsenen Nachkommen Nestbau, Schutz des Nestes und Larvenfütterung.




Die Königin beschränkt sich dann auf das Eierlegen. Drohnen sind für die Begattung ausgewählter Wespen als Königinnen der nächsten Generation zuständig. Im Herbst sterben die letzten Bewohner ab, lediglich einige begattete Jungköniginnen und gegebenenfalls auch einige unbegattete Tiere überwintern, um im nächsten Frühjahr einen neuen Staat zu gründen.

Bei der Deutschen Wespe und bei der Gemeinen Wespe können die Staaten mehrere 10.000 Tiere umfassen. Bei den anderen Arten sind es aber in der Regel wesentlich kleinere Kopfstärken. So gehören zu einem Hornissennest selten mehr als 200 Tiere.

 

Frage 6: Wovon ernährt sich die Wespe?

Antwort: Wespen fressen sowohl pflanzliche wie tierische Kost. Ein großer Teil ihrer Nahrung macht Nektar aus flachen und daher einfach erreichbaren Blüten (Efeu, Doldengewächse usw.) aus. Daneben erbeutet die Wespe Insekten und Spinnen zum Eigenverbrauch oder um die ausschließlich fleischliche Kost fressenden Larven zu füttern.

Wespen ernähren sich aber auch gern von Tieraas und toten Fischen. Insbesondere die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe werden zum Leidwesen vieler Menschen von Süßigkeiten angelockt. Dieses Verhalten tritt im Spätsommer verstärkt auf, weil sich dann das Nahrungsverhalten der Wespen geändert hat. Stand bis dahin die Fütterung der Larven mit Fleisch im Vordergrund, ist jetzt das Eigenüberleben wichtiger. Dafür bedürfen die Wespen Zucker, den sie sich vorzugsweise bei Fallobst sichern. Aber eben auch Kuchen und andere Zuckerwaren werden jetzt besonders gern angeflogen.

 

Frage 7: Ist die Wespe ein Nützling oder Schädling?

Antwort: Zwar können einige Wespenarten den Menschen durch stachelbewehrte Präsenz am Frühstücks- oder Kaffeetisch lästig werden, unter dem Strich ist der Nützlichkeits-Status der Wespen aber eindeutig zu bejahen. Die Beute machenden Insekten sorgen dafür, dass die Population von Schädlingen wie Fliegen, Bremsen, Raupen und Blattläusen deutlich beschränkt wird.

So kann ein großes Wespenvolk am Tag zwei Kilo Insekten vertilgen. Ferner kommt einigen Wespenarten durch die Verwertung von Totholz eine wichtige Funktion bei den natürlichen Regenerationsprozessen im Wald zu.

Zwar ist die Rolle der Wespe im Vergleich zu Bienen im Bereich der Pflanzenbestäubung geringer, aber auch Wespen bestäuben etliche Pflanzen und machen sich so zusätzlch nützlich. Und schließlich sind Wespen selbst Futterquelle als Beute für einige Greifvögel und Kleinraubtiere.

 

Frage 8: Stehen Wespen unter Artenschutz?

Antwort: Hornissen stehen in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung unter besonderen gesetzlichen Artenschutz, aber auch bei den anderen Wespenarten sind bestimmte Beeinträchtigungen wie das Zerstören von Nestern gesetzlich beschränkt.

 

Frage 9: Sind Wespenstiche gefährlich?

Wespenhinterteil mit-Stachel

Stachel einer Wespe

Antwort: Wespenstiche sind schmerzhaft und führen zu Juckreiz und Schwellungen. Ein Wespenstich ist aber für gesunde Erwachsene fast immer ungefährlich. Das gilt auch für Hornissenstiche.

In der Regel wird erst bei einer Stichanzahl im dreistelligen Bereich von einer ernsthaften Gefährdung durch das Insektengift ausgegangen. Meist bringt Kühlen der Einstichstelle schnelle Linderung.

Hausmittel wie das Auflegen einer aufgeschnittenen Zwiebel oder eines Essig-Umschlags sind ebenfalls bewährt. Problematisch können allerdings Stiche bei Kindern oder Insektengift-Allergikern sein. Gefährlich können auch Stiche im Halsinnenbereich werden. In solchen Fällen sollte ein Arzt konsultiert werden.

 

Frage 10: Wie alt wird die Wespe?

Antwort: Erwachsene Wespenarbeiterinnen und –drohnen haben im Durchschnitt eine Lebensspanne von lediglich drei bis vier Wochen. Die Königinnen dagegen können eine Lebensdauer von einem Jahr erreichen.