Gallische Wespe (Polistes dominula) – Aussehen und Eigenarten

Gallische Wespe Polistes Dominula

Wespen sind nicht gerade die beliebtesten Tiere bei den Menschen. Dabei gibt es auch friedliche und nützliche Exemplare, zum Beispiel die Gallische Wespe, die im folgenden Artikel genauer betrachtet wird. Die Gallische Wespe (Polistes dominula) oder auch Französische Feldwespe ist sehr friedfertig. Die jungen Königinnen bauen gemeinsam ein neues Nest. Erst nach einiger Zeit setzt sich eine Jungkönigin durch und wird zu Königin.

Die Gallische Wespe gehört zur Gattung der Faltenwespen. Den Namen verdanken sie ihrer Eigenart, die Vorderflügel beim Ruhen zweimal in Längsrichtung zu falten. In Mitteleuropa kommen fünf Arten von Feldwespen vor. Da die Gallische Wespe ihre Nester aus papierähnlichen Stoffen herstellt und dabei gerne Dächer oder Häuser verwendet, wird diese Art auch gerne als Haus-Feldwespe bezeichnet.


 

Die Merkmale der Gallische Feldwespe

Diese Wespenart ist merklich schmaller als viele andere Arten. Man erkennt diese Art gut ab dem dritten Geißelglied orange gefärbte Fühlern und Beinen. Beim Fliegen hängen die Beine nach unten, sodass der Flug etwas träge wirkt. Der Hinterleib ist wie ein Tropfen geformt und ist ebenfalls gelb-schwarz geformt. Die Augen sind nierenförmig. Die Länge der Körper der Arbeiterinnen beträgt zwischen elf und fünfzehn Millimeter, die Königin werden bis zu achtzehn Millimeter lang. Oft kommt es vor, dass die Gallische Wespe mit der Hornisse (Vespa Crabro) verwechselt wird.

 

Lebensweise und natürliches Vorkommen

Die Gallische Wespe ist vor allem über offenen, trockenen Gelände anzutreffen. Auch in Dörfern oder größeren Städten fühlen sich diese Insekten wohl. Nur die Jungköniginnen werden überwintern und kommen nach dem Winter meist im April wieder hervor. Anschließend bilden sie gemeinsam kleine Gruppen und fangen mit dem Nestbau an. Schlussendlich schafft es nur eine zur Königin zu werden, während die anderen Königinnen herabgestuft werden.

Ihre Nester baut die Gallische Wespe aus verwittertem Holz und Pflanzenfaser, der mit Speichel gemischt wird. Das Nest besteht aus papierähnlichen Waben, die an einer Seite offenbleiben. Lediglich ein Stiel dient als Befestigung, sodass das Nest einfach zu verteidigen ist.

Es wird nicht sonderlich groß und umfasst lediglich 50 bis 150 Waben. Diese Art nistet sich sehr gerne an versteckten Orten ein, also zum Beispiel an Dächern, in Nischen oder in Hohlräumen. Selbst wenn man sich dem Nest nährt, bleibt die Gallische Wespe ruhig und friedlich, sodass man die Tiere in Ruhe beobachten kann.

 

Gallische Wespe – Was steht auf dem Speiseplan?

Die Gallische Wespe sind gute Insektenjäger, die große Mengen Fliegen und Raupen fangen, was auch der größte Nutzen der Wespe ist. Teilweise ernähren sie sich teilweise von kleinen Spinnen. Aber auch Blütennektar findet man auf den Speiseplan. Sie sind nicht besonders wählerisch, was ihnen das Überleben in zahlreichen Lebensräumen ermöglicht.




Das Verhalten der Gallischen Wespe

Zeitweise beteiligen sich mehrere Vollweibchen an der Gründung des Nestes. Dabei wird die Gruppe von einer der Königinnen als Alphatier dominiert, was durch mehrere Rangkämpfe entscheiden wird. Sollte es passieren, dass das Alphatier ausfällt, übernimmt das nächste Tier die Aufgabe. Im Laufe der Saison werden unter den Königinnen immer wieder Rangkämpfe stattfinden. Die unterlegenen Königinnen übernehmen dabei die Aufgaben in der Betreuung der Nester, wie eine gewöhnliche Arbeiterin.

Die Gallische Wespe sind besonders friedfertig. Lediglich bei Erschütterungen, hektische Bewegungen, Störungen oder Manipulationen im Nestbereich werden Angriffe zur Verteidigung geflogen. Die Stiche der Wespe verursachen ein kurzes Brenngefühl an der Stichstelle, dieses Brennen lässt aber nach kurzer Zeit nach. Im Gegensatz zu anderen Arten, Hummeln und Bienen fällt eine massive Schwellung, Rötung und Jucken aus.

Im Herbst werden von den Königinnen Überwinterungsgemeinschaften gegründet, wobei in vielen Fällen das Mutternest genutzt wird. Im Durchschnitt besiedeln kaum mehr als 10 bis 30 Tiere das Nest. An besonders warmen und an günstigen Standorten kann das Volk bis zu 50 Tiere enthalten.

 

Jahreszeitliches Erscheinen der Haus-Feldwespe

Die Gallische Wespe ist sehr standorttreu und bleiben meist über mehrere Jahre am selben Platz. Die nestsuchenden Königinnen treten ab März bis Anfang April auf. Die ersten Arbeiterinnen erscheinen dann ab etwa Anfang Juni. Der Lebenszyklus endet mit etwa Mitte September. Mit dem Aufkommen der ersten Männchen und Königinnen stirbt das Volk langsam ab und die Saison neigt sich dem Ende. Nach der Paarung überwintern ausschließlich die befruchteten Königinnen, um im nächsten Jahr ein neues Nest zu gründen.

 

Nestbau, Nestpflege und Fortpflanzung bei der gallischen Feldwespe

Im Frühling wird das Nest gegründet. Dabei besteht es aus Holzkit, welcher aus Holz Pflanzenstängel gemischt mit dem Speichel der Insekten. Die offenen Waben werden in einem Stiel vertikal gebaut. In den meisten Fällen umfasst das Nest 50 Zellen, teilweise auch bis zu 150 Zellen. Das Nest kann einen Durchmesser von zehn Zentimeter erreichen und wird von ungefähr 30 Arbeiterinnen betreut.

Die Gallische Wespe kann die Temperatur beim Nest regeln. Bei Hitze fliegen die Tiere zu stehenden Gewässern und spucken das Wasser auf die Wabe. Anschließend wird das Nest mit den Flügeln befächert. Bei Kälte zittern die Tiere mit den Muskeln und geben somit Wärme ab. Nach der Eiablage frisst das Alphatier die Brut der anderen Königinnen, bis die Konkurrentinnen die Ablage aufgeben und nur noch als Arbeiterinnen arbeiten.

Die Arbeiterinnen füttern die Larven und die Königin mit Insekten, welche erst zerkaut und in Kugelform weitergegeben werden. Ab Juni schlüpfen die ersten Arbeiterinnen und ab Ende Juli Weibchen und Männchen der nächsten Generation. Im September verendet die Gallische Wespe, lediglich die Jungköniginnen überwintern.





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