Wespen vertreiben – Diese Mittel helfen durch den Sommer

Wespen am Frühstückstisch oder beim Grillen können verunsichern. Meist suchen die Tiere jedoch lediglich nach Nahrung. Wer Wespen fernhalten möchte, sollte zuerst Lebensmittel sichern, Zugänge schützen und ruhig reagieren. Hier erfahren Sie, wie Sie Begegnungen mit Wespen möglichst ohne Gift und Fallen entschärfen.

Wespen nehmen Nahrung an einem Marmeladentoast auf

Vor allem die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) interessieren sich für unsere Speisen und Getränke. Dass sie sich einem Menschen nähern, ist für sich genommen kein Angriff. Hektische Bewegungen, Schlagen oder Bedrängen können jedoch Abwehrreaktionen auslösen.

Viele andere Wespenarten fallen am Esstisch kaum auf. Auch die heimische Europäische Hornisse interessiert sich normalerweise nicht für Kuchen oder Limonade. In Nestnähe sollten Sie bei allen sozialen Wespenarten Abstand halten und Störungen vermeiden.

Wespen fernhalten: Was hilft im Alltag?

Am sinnvollsten ist es, leicht erreichbare Nahrungsquellen zu reduzieren. So wird der Sitzplatz für suchende Wespen weniger interessant.

  • Lebensmittel abdecken: Stellen Sie Speisen erst kurz vor dem Essen auf den Tisch und decken Sie diese bei Pausen ab.
  • Getränke schützen: Verwenden Sie geeignete Abdeckungen und kontrollieren Sie das Trinkgefäß vor jedem Schluck. Lassen Sie offene Getränkedosen nicht unbeaufsichtigt stehen.
  • Essensreste wegräumen: Entfernen Sie benutztes Geschirr und wischen Sie verschüttete süße Getränke auf.
  • Mund und Hände reinigen: Wischen Sie besonders bei Kindern nach dem Essen klebrige Rückstände ab.
  • Abfälle verschließen: Halten Sie Müllbehälter geschlossen und reinigen Sie verschmutzte Ränder.
  • Sitzplatz bewusst wählen: Vermeiden Sie es, den Esstisch unmittelbar neben Fallobst oder einer stark besuchten Nahrungsquelle aufzustellen.

Wie verhalte ich mich bei einer Wespe am Tisch?

Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie hektische Abwehrbewegungen. Schlagen Sie nicht nach der Wespe und versuchen Sie nicht, sie mit den Händen zu greifen oder zu zerdrücken.

Pusten Sie das Tier nicht an. Das Kohlendioxid in der Atemluft kann eine Alarmreaktion auslösen. Geben Sie der Wespe Raum zum Wegfliegen und decken Sie die Speise ab, für die sie sich interessiert.

Wird die Situation unangenehm, können Sie sich langsam vom Tisch entfernen. Versuchen Sie nicht, eine Wespe auf der Haut durch Schlagen zu beseitigen.

Fliegengitter als vorbeugender Schutz

Gut passende Fliegengitter an Fenstern und Türen können verhindern, dass Wespen und andere Insekten in Wohnräume gelangen. Wichtig sind geschlossene Ränder und ein System, das zum jeweiligen Fenster oder zur Tür passt.

Für Dachfenster gibt es spezielle Lösungen, die das Öffnen und Schließen weiterhin ermöglichen. Prüfen Sie vorhandene Gitter regelmäßig auf Löcher und lose Befestigungen.

Verschließen Sie dabei niemals die Einflugöffnung eines bewohnten Wespennestes. Schutzgitter für Wohnräume und Eingriffe in einen Nestzugang sind unterschiedliche Maßnahmen. Bei einem Nest im Rollladenkasten oder am Fenster sollten Sie zunächst fachkundige Beratung einholen.




Was tun bei einer einzelnen Wespe im Zimmer?

Halten Sie Abstand und ermöglichen Sie dem Tier einen freien Weg nach draußen. Öffnen Sie ein geeignetes Fenster oder eine Außentür, sofern sich dort kein Nestzugang befindet. Vermeiden Sie es, die Wespe durch den Raum zu jagen.

Halten Sie Kinder und Haustiere währenddessen etwas entfernt. Ein Insektenspray ist für eine einzelne Nahrung suchende Wespe im Zimmer keine pauschal empfehlenswerte Lösung.

Illustration zum Thema Wespen im Sommer fernhalten

Helfen Ablenkungsfütterung, Düfte oder Wespenscheuchen?

Eine offene Futterstelle in einiger Entfernung zum Sitzplatz kann Wespen unter Umständen eine andere Nahrungsquelle anbieten. Der Erfolg ist jedoch nicht garantiert; zusätzliches Futter kann auch weitere Tiere anziehen. Eine solche Futterstelle darf nicht mit einer Falle verwechselt werden, die Insekten festhält oder ertrinken lässt.

Für Hausmittel wie Duftöle, bestimmte Pflanzen oder aufgehängte Nestattrappen sollten Sie keine zuverlässige Schutzwirkung voraussetzen. Solche Methoden ersetzen weder das Abdecken von Lebensmitteln noch die fachkundige Einschätzung eines problematischen Neststandorts.

Rauch, Räucherstäbchen und offene Flammen empfehlen wir hier nicht zur Wespenabwehr. Verzichten Sie insbesondere darauf, ein Nest auszuräuchern oder mit Hitze zu behandeln.

Warum wir keine pauschale Empfehlung für Sprays und Fallen geben

Insektizide können Wespen töten und je nach Produkt weitere Risiken für Menschen, Tiere und Umwelt mit sich bringen. Eine vorbeugende Anwendung gegen gelegentliche Wespenbesuche ist deshalb keine sinnvolle Standardmaßnahme.

Auch Lockfallen sind nicht automatisch schonend, nur weil sie ohne zugesetztes Insektengift auskommen. Tiere können darin ertrinken oder anderweitig verenden. Außerdem können andere Insekten und besonders geschützte Arten mitgefangen werden. Weitere Informationen finden Sie im Beitrag über Risiken und rechtliche Grenzen von Wespenfallen.

Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass elektrische UV-Insektenfallen im Außenbereich nicht eingesetzt werden dürfen. Auch eine entsprechende Werbung im Handel macht den Einsatz nicht zulässig.

Naturschutz: Welche Grenzen gelten?

Nach § 39 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz dürfen wild lebende Tiere nicht mutwillig beunruhigt oder ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Auch ihre Lebensstätten dürfen ohne vernünftigen Grund nicht beeinträchtigt oder zerstört werden. Das gilt ebenfalls für die Deutsche und die Gemeine Wespe.

Für besonders geschützte Arten wie die Europäische Hornisse gelten zusätzlich die strengeren Vorschriften des § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Ein als lästig empfundenes Tier oder ein Nest am Haus bedeutet daher nicht automatisch, dass eine Bekämpfung zulässig ist.

Ein Wespennest am Haus: Wann ist Beratung sinnvoll?

Ob ein Nest tatsächlich ein Problem darstellt, hängt unter anderem von der Art, seinem Standort und der Nutzung der unmittelbaren Umgebung ab. Häufig kann es mit ausreichend Abstand und angepasstem Verhalten an seinem Platz bleiben.

Holen Sie fachkundige Unterstützung ein, wenn sich Begegnungen am Nest kaum vermeiden lassen oder Sie eine konkrete Gefahr vermuten. Ansprechpartner sind die örtliche Naturschutzbehörde und eine fachkundige Wespen- und Hornissenberatung.

Besprühen, verschließen, beschädigen oder versetzen Sie ein bewohntes Nest nicht selbst. Eine Beratung kann klären, ob einfache Schutzmaßnahmen ausreichen und ob weitere Maßnahmen erforderlich und zulässig sind.

Fazit: Wespen möglichst schonend fernhalten

Abgedeckte Lebensmittel, saubere Sitzbereiche und passende Fliegengitter helfen, unerwünschte Begegnungen zu verringern. Ruhiges Verhalten senkt das Risiko, die Tiere zu bedrängen. Bei Konflikten mit einem Nest ist eine fachkundige Einschätzung sinnvoller als eigenständige Versuche mit Spray, Fallen oder Rauch.

Quellen und weiterführende Informationen