Hornisse – Größte und friedlichste Art der Faltenwespen

Was sind Hornissen?

Die Hornisse wird häufig als übergroße Wespe angesehen. Dies kann man auch durchaus tun, denn sie gehören zu den sozialen Faltenwespen, eine der zahlreichen Wespenarten. Sie fällt durch ihre Größe von bis zu 4 cm besonders auf.

Die Hornisse ist damit auch das größte staatenbildende Insekt in unserer Heimat. Allerdings ist nur die Königin so groß. Die Arbeiterinnen und die Drohnen sind etwas kleiner. Grundsätzlich ist es so, dass sie wie die Wespen eine schwarz-gelbe Färbung aufweisen.

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Hornisse im Weinstock – von Carl Wirth (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Hinzu kommt meist noch eine starke Rotfärbung im vorderen Körperbereich. Zudem sind Hornissen eher flink unterwegs. Damit haben sie sich ihrem Beuteschema perfekt angepasst.

 

Arten der Hornisse

In Deutschland sind zwei verschiedene Arten heimisch. Sie unterscheiden sich insbesondere bezüglich ihrer Färbung. Die im Westen und Süden beheimatete Art besitzt eine rote V-förmige Zeichnung auf der Mittelbrust, während die im Norden und Osten beheimatet Art diese Zeichnung nicht aufweist.

Zudem weist Letztere auch eine weniger rötliche Färbung auf und das Stirnfeld in der Umgebung der Punktaugen ist geschwärzt. Momentan kommt eine dritte Art immer öfter in Deutschland vor.

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Die asiatische Hornisse ist aus dem Südwesten Frankreichs eingewandert und scheint sich in unserem Klima äußerst wohl zu fühlen. Für die einheimischen Arten ist sie ein großer Konkurrent.

Inwieweit sich die neue Art auf unser Ökosystem auswirken wird, kann noch nicht genau gesagt werden. Auf jeden Fall hat sie hier noch keine Fressfeinde oder eigene Konkurrenten.

 

Hornissen – friedliebende Brummer

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Hornisse an der Wand – von Membeth (Eigenes Werk) [CC0], via Wikimedia Commons

Gegenüber diesen Insekten halten sich einige hartnäckige Fehlurteile. So wird davon ausgegangen, dass sie sehr aggressiv seien, Imker und Obstbauern nur schädigt und bereits nach wenigen Stichen zum Tode führen kann.

An keinem dieser Vorurteile ist etwas dran. Vielmehr ist das letze Vorurteil schon längst wiederlegt. Hornissenstiche sind nicht gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich. Eher ist das Bienengift ungefähr 1,5-15mal wirkungsvoller als das einer Hornisse.

Hornissenstiche sind auch nicht schmerzhafter als Wespen- oder Bienenstiche, obwohl sie sehr viel längere Stachel besitzen und somit auch in tiefere Hautschichten eindringen können. Das Tier besitzt auch nur eine Giftblase mit einem Fassungsvermögen von 0,5 mg Frischgewicht, von dem pro Stich nur 10-50% abgegeben werden.

Um einen Menschen zu töten, müsste sie also ungefähr 154-180mal je Kilogramm Körpergewicht zustechen. Bei Bienen sind es zum Beispiel nur 40 Stiche pro Kilogramm Körpergewicht. Zudem verteidigen die Hornisse nur ihr Volk und ihre Königin.

Deshalb sollte man sich in der Nähe eines Hornissennestes auch nicht abrupt bewegen. Nähert man sich hingegen behutsam und ruhig, kann man sich die Hornissen auch aus nächster Nähe betrachten.

Befindet man sich nicht in der Nähe des Nestes, dann braucht man vor den Tieren keine Angst zu haben, denn sie sind äußerst scheu und gehen einem Angriff lieber durch Flucht aus dem Weg. Sie greifen auf keinen Fall ohne Grund an.

 

Unterschiede der Hornisse zu anderen Wespenarten

Die Hornisse gehört zu den sechs nicht “lästigen“ Wespenarten. Dies bedeutet im Klartext, dass sie nur ihrer Beute nachjagen und sich nicht durch süße Speisen, Fleisch oder Getränke ablenken lassen.

So kann man im Sommer in der Umgebung eines Hornissennestes durchaus Torten oder Gegrilltes verzehren, ohne andauernd gestört zu werden. Somit ist eine Wespenfalle, bestehend aus Zuckerwasser, Bier oder süßen Fruchtsaft zu Ablenkung nicht notwendig.

Ein weiterer Unterschied besteht in der Größe des Volkes. Es ist deutlich kleiner als bei anderen Wespenarten. Zwischen 400-700 Tiere leben im Entwicklungshöhepunkt in einem Nest. Bei der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe kann die Stärke eines Volkes hingegen bei bis zu 7000 Tieren liegen.

Weiterhin wird das Nest auch nicht versteckt errichtet. Wespen bauen es gern in Rollladenkästen oder versteckten Ecken, so dass man sie nicht auf Anhieb findet. Die Hornisse hingegen baut ihre Nester gern freihängend in Hecken, Bäumen und auf Dachböden.

Man kann sie also leicht entdecken und Maßnahmen ergreifen. Denn Hornissennester sind nach unten geöffnet. Durch diese Öffnung setzen sie auch ihren flüssigen Kot ab, der zu Schäden wie Verfärbungen oder Geruchsbildung am darunter liegenden Bauwerk führen kann.




Ein Unterstellen einer Wanne mit Katzenstreu oder das Unterstellen eines Eimers kann Abhilfe schaffen. Weiterhin richten Wespen Schäden am Bauwerk durch Benagen an. Dieses Verhalten ist der Hornisse vollkommen fremd.

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gereizte Hornisse Makro – von Sebastian Weisz (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Hornissen – geschützte Tiere

Die Hornisse ist sehr selten. Es gab schon Zeiten, da stand sie kurz vor dem Aussterben. Mittlerweile hat sich Population etwas erholt. Allerdings noch nicht so stark, dass der besondere Schutz der Tiere wieder zurückgenommen werden könnte.

So ist es gesetzlich verboten, den Tieren nachzujagen, sie zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten. Es ist ebenfalls untersagt, ihre Nester zu zerstören oder umzusiedeln. Zum Umsiedeln bedarf es einer besonderen Genehmigung, die nur Fachleute erhalten.

Diese dürfen die Völker auch nur umsiedeln, wenn die Menschen in unzumutbarer Art und Weise in ihrem Leben beeinträchtigt werden. Diese geschulten Spezialisten werden über die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt oder die Gemeindeverwaltungen vermittelt. Wer sich nicht an die Schutzbestimmungen hält, muss mit einer Strafe von bis zu 50.000 Euro rechnen.

 

Aufgaben der Hornisse

Hornissen sind äußerst nützliche Tiere in unserem Ökosystem. Sie können auch als Naturpolizei bezeichnet werden. Sie erbeuten viele Insekten. Diese werden an ihre Brut verfüttert. Damit erfüllen sie die Funktion eines Schädlingsvernichters.

Immerhin ein halbes Kilogramm an Insekten wird zur Aufzucht der Brut pro Tag benötigt. Darunter befinden sich auch viele Schädlinge. Als Beispiele seien nur die Raupen des Eichenwicklers und des Frostspanners genannt. Zu 90% besteht Nahrung der Hornisse aber aus Fliegen. Erwachsene Tiere ernähren sich gelegentlich auch von Baumsäften und Fallobst.

 

Nestbau der Hornisse

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Ab Anfang Mai erwachen die begatteten Jungköniginnen auch dem Winterschlaf. Diesen halten sie im Holz eines morschen Baumes oder im Erdreich. Sofort begibt sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz.

Bevorzugt wird weiterhin das Holz morscher Bäume. Ist so etwas nicht weiter vorhanden, nehmen sie auch Angebote in der Nähe von Menschen an. Dazu gehören Nistkästen von Vögeln, oder Dachböden.

Am gewählten Standort wird zuerst aus selbstgefertigten Baumaterialien ein Stiel an die Decke des Nistplatzes geheftet. An dessen Ende werden die ersten sechseckigen Wabenzellen ausgeformt. In diese werden die ersten Eier abgelegt.

An diese Zellen werden weitere angebaut. Maximal 40 Zellen werden durch die Königin in diesem ersten Stadium errichtet, da sie auch die Baumaterialien und Nahrung selber beschaffen muss. Erst wenn die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, kann sie sich voll und ganz auf die Eiablage konzentrieren.

Die Arbeiterinnen übernehmen alle anderen Aufgaben. So werden nun immer weitere Waben gebaut, die mit Eiern gefüllt werden. Das Baumaterial eines Nestes der Hornisse besteht dabei ausschließlich aus morschem Holz, das die Hornisse Stück für Stück mit ihren Kieferzangen abbeißt.

Dieses wird mit dem Speichel vermischt und mit dem ersten Beinpaar zu kleinen Kugeln geformt. Wurde genügend Material auf diese Weise zusammengetragen, fliegen sie zurück zum Nest und bauen an der Hülle sowie den Waben weiter. Der Speichel dient dabei als Klebstoff.

Das Material wird sehr schnell trocken und bildet eine Art papierartige Schicht. Wie bereits gesagt, ist das Nest nach unten geöffnet. Durch diese Öffnung sondern die Tiere auch ihren Kot ab und halten es so sauber.

 

Richtiger Umgang mit der Hornisse und was tun beim Stich?

Ob beim Picknick im Park oder beim Spaziergang im Wald: Früher oder später nähern sich ungebetene Gäste. Wir geben Tipps für den richtigen Umgang mit einer Hornissen, Wespe oder anderen stechfreudigen Insekten. Wie Sie den Kontakt mit den Tieren unbeschadet überstehen und was im Falle eines Stichs zu tun ist.




Darauf sollte man beim Umgang mit der Hornisse achten!

Eine Hornisse wirkt aufgrund ihrer Größe oft bedrohlich – bis zu drei Zentimeter kann ihr Körper messen. Im Vergleich zu anderen Insekten ist die Hornisse jedoch deutlich scheuer und friedfertiger.

Sie meidet uns Menschen und nähert sich nur, wenn reifes Obst oder Weintrauben in der Nähe sind. Um die schmerzhaften Stiche zu vermeiden, sollte in erster Linie auf ruckartige Bewegungen verzichtet werden. Wer ruhig bleibt und sich langsam aus dem Sichtfeld des Insekts bewegt, hat nichts zu befürchten.

 

Tipp: Eine Distanz von zwei bis drei Metern zum Nest bewahren und die Flugbahn der Hornisse nicht kreuzen. Dann fühlt sich die Hornisse auch nicht bedroht und sticht nicht.

 

hornisse auf baum vor nest

 

Tipps bei einem Hornissen-Nest im Garten

Wenn sich das Hornissennest in der Nähe des Grundstücks oder sogar direkt im Garten befindet, sollte ein Fachmann eingeschaltet werden. Der Spezialist kann das Nest an einen anderen Ort umsiedeln, ohne den Insekten zu schaden. Dazu ist jedoch eine Sondergenehmigung der Naturschutzbehörde notwendig.

Wesentlich einfacher ist es, die Hornisse einfach zu ignorieren. Wird auf allzu häufige Mahlzeiten im Freien verzichtet, nähern sich die Tiere normalerweise nicht und müssen dementsprechend auch nicht gefürchtet werden.

Sollte dennoch einmal eine Hornisse zu nahe kommen, kann ein spezielles Duftspray aus dem Fachhandel verwendet werden. Auch der Geruch von heißem Kaffee, Zitronen oder Knoblauch eignet sich, um eine einzelne Hornisse sanft zu vertreiben. Dennoch kann es manchmal zu einem Stich kommen. Was dann zu tun ist, erklären wir im nächsten Absatz.

 

Von einer Hornisse gestochen? Das ist zu tun

Wer von einer Hornisse gestochen wurde, muss zunächst den Stachel entfernen. Dazu wird am besten eine Pinzette verwendet, mit welcher der Stachel vorsichtig aus der Haut gezogen wird.

Dabei gilt es darauf zu achten, dass der Stachel der Hornisse nicht zusammengedrückt wird, denn im Innern befindet sich meist noch Gift, welches bei Druck in die Wunde gelangen könnte. Nachdem der Stachel der Hornisse entfernt wurde, muss die Wunde gekühlt werden.

Dies gelingt am besten mit kalten Umschlägen, Eiswürfeln oder einer Packung Tiefkühlgemüse. Umschläge aus Quark, Essig oder Tonerde verschaffen zusätzliche Linderung gegen Juckreiz und Schwellung. Falls vorhanden, kann auch ein kühlendes Gel aus der Apotheke aufgetragen werden.

Anschließend sollte die Einstichstelle der Hornisse sorgfältig gewaschen und desinfiziert werden. Hierzu bieten sich Desinfektionsmittel aus der Drogerie an. Zu beachten: Das Präparat muss explizit für die Verwendung auf der Haut und bei Insektenstichen geeignet sein.

Wer kein Desinfektionsmittel zur Hand hat, kann Zitronensäure oder Zwiebelsaft auftragen. Im Zweifelsfall sollte nach einem Hornissenstich aber zum Arzt gegangen werden.

 

Von Hornisse gestochen – wann zum Arzt?

Bei einem Stich im Mund- und Rachenraum sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei einem Notfall ist der Rettungsdienst der richtige Ansprechpartner. Insbesondere bei Atemnot oder allergischen Reaktionen muss ein Notarzt gerufen werden – es besteht akute Lebensgefahr. Bei einer leichten Schwellung genügt es, einen eiskalten Halsumschlag aufzulegen oder Eiswürfel zu lutschen.

Werden Kinder von einer Hornisse gestochen, sollte wie bei Erwachsenen vorgegangen werden. Das heißt: Ruhe bewahren, den Stachel vorsichtig entfernen und die Einstichstelle kühlen. Der Schmerz ist meist das Schlimmste für Kinder und klingt bei einer entsprechenden Behandlung rasch ab.

Allergiker sind bei einem Stich besonders gefährdet. Wenn Symptome wie tränende Augen, Übelkeit und Schluckbeschwerden bemerkt werden, muss der Notarzt verständig werden. Personen, die von ihrer Allergie wissen, sollten stets ein Notfallmedikament sowie eine Pinzette mit sich führen. Der Hausarzt kann weitere Maßnahmen nennen, die im Ernstfall durchzuführen sind.




4 Kommentare

  1. Pingback: Anonymous
  2. Hallöchen ,die Infos wären interessant . Wir haben seit Wochen ein Hornissennest im Wasserkasten am Dach . Die Tiere sind wirklich friedlich ,sie fliegen regelmäßig zum trinken an den Gartenteich. Bei uns laufen große Hunde umher -die auch toben und bellen – ,aber keiner stört sich . Am Eingang könnte ich Beobachten ,das immer eine Hornisse den Wächter übernimmt und alle anfliegenden Hornissen überprüft. Einfach schön zu sehen. Sie fliegen Tag und Nacht . Wir haben keine Probleme mit diesen Volk. Liebe Grüße Simone

    1. Das klingt wunderbar. Endlich mal jemand, die die wahre Schönheit dieser Tiere erkennt.
      Die sind wirklich sehr sehr friedlich und dazu, hat man das Glück sie bei sich in der Nähe zu haben, verjagen (jagen9 sie die penetranten Egozentrischen Wespen 🙂

  3. zwei Arten von Hornissen stellen sich auf unserem Kompost ein – eine kleinere Gelbe und eine größere mit der oben beschriebenen Rotfärbung. ich gehe davon aus, dass beide dem selben Volk angehören. Beide bearbeiteten zusammen mit Wespen und Fliegen friedlich nebeneinander einen Rest verdorbener Marmelade, den ich dort hingelegt hatte. Plötzlich nahm die große Hornisse eine Kleine wie ein Baby, drehte sie und knabberte sie ab ohne sie zu verletzen. Die kleine ließ es ohne Protest geschehen. Ich vermute, dass die Kleine Zucker oder Wachs ausschwitzte. Ich habe so etwas noch nie beobachtet. Die Hornissen waren alle ganz friedlich. Wer weiß was Näheres? Wolf aus Küssaberg direkt an der Grenze zur Schweiz, Landkreis Waldshut, Baden – Württemberg .
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